Die Seedbombs der Zugreisenden von anno Schiebefenster

 „Stadt ernten und wild kochen“ hieß die Fahrrad-Tour am 8. September in Aspern – veranstaltet von Kampolerta, einem Kollektiv von Landschaftsarchitektinnen, das Wien schon seit fünf Jahren mit spannenden Aktionen und Arbeiten bereichert (- mehr auf www.kampolerta.blogspot.co.at ).

Eine Gruppe suchte Am Mühlwasser nach Kräutern, die andere hielt am Grünstreifen zwischen Guido-Lammer-Gasse und Ostbahn nach reifem Obst Ausschau. Mit Erfolg: Noch nicht verfaulte Kriecherln, schon reife Walnüsse, ein paar harte Pfirsiche, Hopfen, schwarzer Holunder und saftige Äpfel. All das wurde danach im Aupark (und mit Hilfe von Benno und seinem „Küchenrad“) verkocht oder roh zubereitet und verspeist.

                                                                     

Interessanter Aspekt am Rande: Sebastian, ein erfahrener Obstsammler, erzählt mir, dass wilde Apfelbäume oft an Bahndämmen zu finden sind. Er führt das darauf zurück, dass die Zugreisenden früher ihre Apfelputzen (Übersetzung für Deutsche: abgenagte Apfelreste) einfach aus dem Fenster warfen und  – wenn sie nicht zwei Abteile weiter wieder bei einem offenen Zugfenster hineinflogen, sondern draußen und auf fruchtbaren Boden landeten – auf diese Weise den einen und anderen Apfelbaum pflanzten. Seitdem sich in den meisten Zügen die Fenster nicht mehr öffnen lassen, ist es mit diesem En-Passant-Guerilla-Gardening vorbei. Wär doch nett, so einer These den Bahndämmen entlang in einer Diplomarbeit nachzugehen.

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Comments
One Response to “Die Seedbombs der Zugreisenden von anno Schiebefenster”
  1. sebastian sagt:

    übrigens – es gibt sie doch noch, die schiebefenster im zug! und zwar in den alten regionalbahngarnituren. also immer fleißig zug fahren und obst essen! ;)

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