Kunst versus Tiefgarage

20120924-IMG_2663 Als bei unserer OstarrichiPark-Aktion während der WienWoche 2012 eine MA42-Beamtin per Mail behauptete, unsere Obstbaum-Tröge dürften dort nicht stehen weil sie die Statik der darunter liegenden Tiefgarage gefährdeten, dachten wir: Naja, die versuchen es mit allen Argumenten, auch mit den haarsträubendsten, weil sie die Baum-Pflanzerei im öffentlichen Raum der Stadt als ihre alleinige Angelegenheit betrachten, in die sie keinerlei Hineinmischung wollen.

Nun bin ich im Christoph-Schlingensief-Buch „Ich weiß, ich war’s“ auf einen Absatz gestoßen, der zeigt, dass diese Garagenschutz-Behauptung anscheinend nichts mit unseren Baumpflanz-Ambitionen zu tun hatte, sondern einfach seit Jahrzehnten zum Stadtgartenamt-Kunstverhinderungsrepertoire gehört:

Als Schlingensief und seine Gruppe im Jahr 2000 einen Platz für den bei den Wiener Festwochen in Szene gesetzten Ausländer-Raus-Container suchten, wurde ihnen lange kein geeigneter Platz angeboten. Und schließlich doch einer:

Endlich kam ein Vorschlag, den wir utopisch gut fanden: am Anfang der Kärntner Straße, Fußgängerzone, direkt vor dem Hotel Sacher. Dann aber kam einer vom Gartenbauamt, der mitteilte, die Blumentöpfe an dem möglichen Standort könne man auf gar keinen Fall auch nur um einen Zentimeter verschieben, weil sonst die klimatischen Verhältnisse für das Parkhaus, das unten drunter lag, außer Rand und Band gebracht würden.

(Christoph Schlingensief, „Ich weiß, ich war’s“, KiWi 2012)

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