LAND und FREIHEIT– Zum Diskurs über das Eigentum von Grund und Boden

„Kommt, wir reiten noch ein bisschen, bevor der nächste Spikulant kommt“, rief Pippi.

„Spekulant heißt es“, sagte Annika.

Astrid Lindgren, Pippi im Taka-Tuka-Land

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  Die neuen LandLords sind da! Küss die Fonds, hochpfuinanzielle Grundherrschaft! Boden eignet sich geradezu ideal, um Geld hineinzu(ver)stecken und Realitäten wachsen zu lassen. Den Land- und Wohnungslosen blüht es dann wirklich: Denn schon will der neue Adel mehr von ihnen haben als einen Zehent plus zehn Zehen: Beide Haxen sollen sie sich ausreißen fürs Essen und Wohnen – es sei denn, es fällt ihnen noch ein, bevor sie ganz ins Bodenlose kippen, dass sich diese auch gut zum Verteilen von Arschtritten gebrauchen lassen…

Das musste jetzt sein.

Dabei stelle ich hier ein Buch vor, das ohne Trara und Schnörkel daherkommt. Zumindest was die präzisen und dichten Texte des Herausgebers Gerhard Senft betrifft. In „Land und Freiheit“ schafft er es, die wichtigsten Debatten zu Eigentum und Nutzungsrechten von Grund und Boden vom 15. Jahrhundert bis heute vorzustellen, von den Anfängen der modernen Bodenreform in Großbritannien und in den USA  über die französischen Physiokraten, die klassische Schule der Nationalökonomie, die Zugänge der Sozialisten und der Liberalen, über die Siedlerbewegung und die Schumpeter-Oppenheimer-Kontroverse bis zum heutigen Kampf um Grund und Boden samt Land-Grabbing und Commons-Debatte.

DSC_0300Jedes Kapitel wird von Senft knapp und verständlich eingeführt, der Rest, nein, Großteil des Buches ist eine Sammlung von interessanten Originaltexten, zwei- bis zehnseitige Beispiele von Thomas Paine, Adam Smith, David Ricardo, John Stuart Mill, Pierre-Joseph Proudhon, Friedrich Engels, Karl Marx, Silvio Gesell, Léon Walras, Michael Flürscheim, Leo Tolstoi, Gustav Landauer, Otto Neurath, Amelie Lanier, Dirk Löhr u.a.DSC_0301

Ein wichtiges Nachschlagewerk für die neuen Bewegten, die sich für Ernährungssouveränität und solidarisches Wohnen einsetzen.

Senft - Land+FreiheitGerhard Senft, Land und Freiheit – Zum Diskurs über das Eigentum von Grund und Boden in der Moderne, Promedia Verlag, Wien 2013

Buchvorstellung am 16. April – Näheres unter Termine

 „Der erste, der ein Stück Land eingezäunt hatte und es sich einfallen ließ zu sagen: dies ist mein und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der wahre Gründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wie viele Verbrechen, Kriege, Morde, wie viel Not und Elend und wie viele Schrecken hätte derjenige dem Menschengeschlecht erspart, der die Pfähle herausgerissen oder den Graben zugeschüttet und seinen Mitmenschen zugerufen hätte: ‚Hütet euch, auf diesen Betrüger zu hören; ihr seid verloren, wenn ihr vergeßt, daß die Früchte allen gehören und die Erde niemandem.“DOI_Rousseau

                       Jean-Jacques Rousseau: Diskurs über die Ungleichheit 

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