SCHANDFLECK 2013 – Online Wahlaufruf

Presseaussendung des Netzwerks Soziale Verantwortung

Zum zweiten Mal verleiht das Netzwerk Soziale Verantwortung den Schmähpreis „Schandfleck des Jahres“ – eine Auszeichnung für gesellschaftlich unverantwortliche Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen.
Nominiert sind heuer fünf Fälle:

schand13-andritz

1. Die Andritz Hydro GmbH mit Sitz in Graz für die Beteiligung an dem Staudammprojekt Xayaburi in Laos. Durch den Bau sind weitreichende Zerstörungen der Umwelt zu erwarten. Der Mekong ist die Lebensgrundlage für 60 Millionen Menschen. Dossier (pdf)

schand13-apple

2. Apple Inc. für die Verlagerung von Teilen der Produktion zu dem taiwanesischen Zulieferer Pegatron im Juni 2013. Pegatron ist für schwerwiegende Arbeitsrechtsverletzungen bekannt. Apple Inc. Negiert die Verantwortung als Marktmonopolist und erklärt auf Anfrage: „Spekulative Fragen und Gerüchte werden von Apple nicht kommentiert.“ Dossier (pdf)

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3. Die Bundestheater Holding für das Outsourcing von 400 PlatzanwärterInnen an die menschenrechtlich höchst umstrittene Sicherheitsfirma G4S. Der Billeteur Christian Diaz hat am 12. Oktober die Arbeitsbedingungen bei G4S im Burgtheater öffentlich gemacht und wurde daraufhin entlassen. (Blog des Billeteurs, siehe unter Links) Dossier (pdf)

schand13-lebensministerium

4. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft für fehlgeleitete Umweltpolitik, weil sich der Bundesminister Nikolaus Berlakovich gegen ein Verbot von Pestiziden stellte, die für den Tod von Bienen mitverantwortlich sind; weil er fragliche Biokraftstoffe gefördert hat und nichts unternommen hat, um den Rückgang des Mehrwegsystems von Getränkeverpackungen zu stoppen. Dossier (pdf)

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5. Die MA 48 für die prekäre Beschäftigung ihrer AbfallberaterInnen. Erste Urteile im August bestätigten die Scheinselbstständigkeit ihrer Tätigkeit. Die MA 48 musste sie einstellen, hat dies jedoch nicht entsprechend ihrer Qualifikation getan. Die MA 48 spielt auf Zeit und erkennt die Präjudizwirkung der Urteile nicht an. Dossier (pdf)

„Die nominierten Fälle zeigen deutlich, dass es mehr zivilgesellschaftlichen Drucks bedarf, um die politischen EntscheidungsträgerInnen zu wirkungsvollem Handeln zu bewegen. Der Schandfleck ist hierfür ein Instrument“, erklärt Marieta Kaufmann, Geschäftsführerin des Netzwerks Soziale Verantwortung. 

Im Vorjahr erging der Jury-Preis an KIK im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe in Karachi/Pakistan, bei der fast 300 Menschen starben. Der Publikums-Preis erging an Mayr Melnhof-Packaging für die Verletzung der Betriebsratsrechte im Zusammenhang mit der Werkschließung in Liverpool. 

Bis zum 18. Februar kann online der Publikumspreis für den Schandfleck des Jahres 2013 gewählt werden (www.schandfleck.or.at).
Die Auszeichnungen (Publikums- und Jurypreis) werden am Welttag der sozialen Gerechtigkeit, dem 20. Februar 2014, im Rahmen einer Gala im Off-Theater in Wien verliehen.

Weitere Informationen: www.schandfleck.or.at, www.nesove.at

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