Die größte Obstbaum-Pflanzaktion Wiens – 3.500 Bäume und Sträucher mit essbaren Früchten! – Norbert-Scheed-Wald Teil 2

DSC_0887Auch die Umweltstadträtin Ulli Sima pflanzte im Norbert-Scheed-Wald einige Bäume und Sträucher. Welche, konnte sie nicht sagen. Aber die Chance ist groß, dass der eine oder andere Obstbaum oder Nussbaum dabei war und die Stadträtin somit dem Wunsch der Initiative Stadtfrucht Wien, Essbares im öffentlichen Raum zu pflanzen, (zwar nicht bewusst dafür sogar eigenhändig) nachgekommen ist. Denn rund ein Viertel der 1.400 Bäume und Sträucher, die bei dieser bisher größten „Wald der jungen WienerInnen“-Pflanzaktion am 17. und 18. Oktober 2014 in den Ackerboden beim Donaustädter Telephonweg/Ecke Speierlinggasse gesetzt wurden, werden essbare Früchte tragen.DSC_0761

„Wir haben hier Holler, Heckenrosen und Dirndl. Wir haben Nussbäume, Kirschbäume, Birn- und Apfelbäume, Vogelbeeren und Sanddorn“, zählt Alexander Mrkvicka von der MA 49 auf. Diese wohlschmeckenden Ressourcen wachsen nun zwar an der Grenze der Stadt, aber so manches Zentrum wurde schon von den Rändern her verändert. Bleibt die Frage, einen wie langen Atem diese besondere Geschichte haben wird.DSC_0839

Die Langfristigkeit des Projekts zeigt auch der Umstand, dass sich von den 1000 Hektar, die für den Norbert-Scheed-Wald geplant sind, erst an die 30 Hektar im Besitz der Stadt befinden. Mrkvicka macht das keine Sorgen: „Wir haben keine Eile. Auf der ganzen geplanten Fläche ist derzeit Bausperre. Sobald sie als Wald- und Wiesengürtel gewidmet ist, steht fest, das ist eine Grünfläche und kein Bauland, und man hat die Zeit, die Fläche Jahr für Jahr ein Stück weiter zu bepflanzen.“DSC_0802

Der Wienerwald Nordost ist kleinstrukturiert und vielfältig gedacht, nicht als klassischer Wald, sondern als ein Mosaik von Waldflächen, Wiesen, Gewässern und stadtadäquater Landwirtschaft. Was unterscheidet eine „stadtadäquate“ Landwirtschaft von der  derzeit vorhandenen? Alexander Mrkvicka: „Jetzt gibt es eine relativ großflächige Landwirtschaft, die Dinge produziert, die nicht unbedingt in der Stadt produziert werden müssen, wie Getreide und Zuckerrüben. Gemüse wäre etwas, was Sinn macht in der Stadt zu produzieren, um es auch möglichst frisch zum Konsumenten zu bringen. Und wenn die Landwirtschaft vielfältiger und kleinteiliger betrieben wird, ist das Ganze eben ökologisch nachhaltiger und auch als Landschaft einfach interessanter.“DSC_0818

Die Familie des im Sommer unerwartet an einem Herzinfarkt verstorbenen Bezirksobmannes Norbert Scheed enthüllte eine Gedenktafel und pflanzte einige besondere Bäume. Für Norbert Scheed hat seine langjährige Partnerin eine Zeder ausgesucht, für sich selbst eine Esskastanie – unter den heimischen Klimabedingungen eine gewagte Wahl, „an der Kante“, meinte dazu einer der anwesenden Oberförster. „Noch“ fügte er hinzu.DSC_0853

Viel SPÖ-Politprominenz in Gummistiefeln nahm an diesem Gedenkakt teil. Beim Pflanzen all der anderen Bäume beteiligten sich Hunderte Wienerinnen und Wiener. Vor allem Jungfamilien prägten das Bild an diesem sonnigen Herbsttag, der als ein guter Tag für Wien in die Stadtgeschichte eingehen sollte.

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Text und Fotos: Peter A. Krobath

Nachtrag: Nach der ersten Euphorie schleichen sich wieder ambivalente Gefühle ein – Ackerboden sollte erhalten werden, vor allem in der Stadt, also für eine Stadtlandwirtschaft. Während es für Obstbäume ja viele Möglichkeiten gibt,  also auch kleine Ecken und Nischen…

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Comments
One Response to “Die größte Obstbaum-Pflanzaktion Wiens – 3.500 Bäume und Sträucher mit essbaren Früchten! – Norbert-Scheed-Wald Teil 2”
  1. Joseph sagt:

    …dass so viele Bäume und auch Frchtbäume gepflanzt wurden, …ist eine hoffnungsvolle Investition in die Zukunft unserer Kinder… bei all den Altlasten, die wir hinterlassen, endlich einmal was Positives… wichtig finde ich, dass es auch UND VOR ALLEM ESSGÄRTEN sind –
    das heisst, viele Sträucher – alle Arten von Beeren(Him/Brom/ Stachel ) usw. und vor allem auch BITTE BITTE auf die Maulbeerbäume nicht vergessen!!! Und Weintrauben an sonnige Plätze bzw. Lauben, die von Trauben gebildet werden… und Mispelbäume, Felsenbirnen und (Bayern)Kiwis…
    Viel Glück und Gottes Segen für den neuen Garten – Wald!!!
    http://www.wunderweltderfruechte.at

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