Kunst im Straßengraben, Nussbaum im Häcksler u. a. Fundstücke

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In der Image-Kampagne für die Wien-Wächst-Sehr-Stadt Aspern war viel von Möglichkeitsräumen und Experimentellem die Rede, auch Künstlerinnen durften sich einbringen. Nun steht die 08/15-Autosiedlung und wartet fantasielos auf ihre zwei Autobahnanschlüsse. Die Kunst ist folgerichtig im Straßengraben gelandet, sie hat ihre Schuldigkeit getan.

Straßenmusiker - Continental Blues

SchreibmaschinenMusiker vor einem Jahr an der Philadelphiabrücke. Eine historische Aufnahme, wie das nächste Bild zeigt:

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Was ein Öffentlicher Raum ermöglicht, liegt nicht zuletzt in seiner Gestaltung. Hier, am Vorplatz der Arcade Meidling an der Philadelphiabrücke, wurde im Sommer 2014 ein Zaun errichtet, der nur einen Zweck hat: Er soll die bisherige Nutzung als Sitzplatz verunmöglichen. Nach ein paar Wochen eigneten sich findige Jugendliche die Sitzplätze wieder an, indem sie sich durch die Barriere schlängelten und die Arme auf der Mittelstange aufstützen. Also wurde das Vertreibungsprojekt mit Werbetafeln erweitert.

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Diesen Walnussbaum pflanzte Stadtfruchtler Erich Koller vor einem Jahr auf eine leere Baumscheibe in der Arnezhoferstraße. Ein wirkliches Zukunftsprojekt, wenn man bedenkt, dass Walnussbäume ab einem Alter von 10 bis 20 Jahren Früchte tragen und erst ab dem vierten Jahrzehnt gute Erträge erzielen.

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Ein halbes Jahr später riss die Stadt den Nussbaum aus und ersetzte ihn durch einen äh ungenießbaren. Bei aller Freude über neue Fruchtbäume am Rand von Wien, dass die MA 42 nichts Essbares in Wohnnähe der Menschen aufkommen lässt, ist nur noch peinlich. Inwieweit hier die bürgerinnenferne Gebietsbetreuung dieses Bezirks wieder einmal die treibende Kraft war, steht dahin.

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Eine Stadtfruchtlerin entdeckte im Sommer diese Caritas-Aktion in Mödling. Mehr hier: http://www.caritas-wien.at/aktuell/presseaussendungen/detail/artikel/9432/

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Neben Osterhase, Nikolo und Christkind war der Sparefroh der vierte Superheld, den wir in der Volksschule Jahr für Jahr mit Zeichnungen zu ehren hatten. Später setzte er sich für ein paar Jahrzehnte auf die Kaimanninseln ab, ehe er 2008 als Werbefigur rehabilitiert wurde, um mit ihm auch das verschüttete Vertrauen ins Bankwesen in den Herzen meiner Generation wiederzubeleben. Hier zwei Lebend-Exemplare bei der Eröffnung des Shopping-Centers mit dem Namen Wiener Hauptbahnhof.

Text und Fotos: Peter A. Krobath

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One Response to “Kunst im Straßengraben, Nussbaum im Häcksler u. a. Fundstücke”
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  1. […] Der konkrete Fall (über den wir auf dieser Seite schon ein Mal berichteten): […]



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