„ObstbaumOffensive“ in Wien

Kann sich die Initiative Stadtfrucht Wien nun endlich vom Obstbaum-Lobbying zurückziehen, weil die Stadt ihre Forderungen erfüllt?

Vor einer Woche sah es fast danach aus: Da kündigte  das Rathaus plötzlich eine „Obstbaumoffensive in den Steinhofgründen“ an, die Pflanzung von „100 wertvollen Raritäten“, den „Auftakt einer gemeinsamen Obstbaumoffensive“. Und tatsächlich: Am 28. November posierten der grüne Umweltsprecher Rüdiger Maresch, die Umweltstadträtin Ulli Sima und der Forstdirektor Andreas Januskovecz mit einem Kirschbäumchen und Schaufeln vor den Kameras. Die Rathauskorrespondenz berichtete gleich zwei Mal darüber, DA und auch DORT.DSC_0114So dicht der Herbstnebel auch über den Wiesen lag, bei genauerem Hinsehen und nach Gesprächen mit den Forstleuten vor Ort stellte sich heraus, dass es sich bei den 100 Bäumen um die üblichen Nachpflanzungen handelt, mit denen die MA 49, das Wiener Forstamt, seit über 30 Jahren den Bestand der vom Otto-Wagner-Spital geerbten Selbstversorgungs- und ArbeitsTherapie-Plantage aufrecht erhält. Wir haben das als positives Beispiel des Öfteren angeführt.

Sind wir kleinlich? Nein, wir sind nur genau. Die Nachpflanzungen auf den Steinhofgründen als „Offensive“ zu verkaufen ist vorerst nicht viel mehr als eine Willenskundgebung. Aber auch nicht weniger – und darüber freuen wir uns! Genauso darüber, dass dieses Bekenntnis zu Obstbäumen von beiden Regierungsparteien der Stadt getragen wird. Das lässt uns auf wirkliche Neupflanzungen im nächsten Jahr hoffen. Und darauf, dass die auf Bezirksebene bereits beschlossenen Anträge auf Obstbäume in der Leopoldstadt und in Favoriten (Oberlaa) vor dem Umweltausschuss Gehör finden. Im 10. Bezirk ist derzeit übrigens die ÖBB Vorreiterin: Auf dem Gelände des neuen Güter-Terminals Inzersdorf haben sie – gemeinsam mit Schulkindern und engagierten Bürgerinnen – neben einem Wald auch eine große Streuobstwiese mit alten Sorten angepflanzt.

DSC_0122

 

Und die Antwort zur Eingangsfrage: Nein, wir werden uns wohl noch eine Weile für Obstbäume in Wien stark machen müssen. Denn da gibt es ja auch noch unsere zwei Hauptforderungen, auf die sich bisher weder die MA 42 noch die Umweltstadträtin eingelassen haben:DSC_0137

Wir wollen, dass zehn Prozent der rund 2.000 Bäume, die das Wiener Stadtgartenamt jährlich neu pflanzt, Obstbäume sind.

Wir wollen, dass die Obstbäume im öffentlichen Raum von Wien geschützt sind, also auch immer durch Obstbäume ersetzt werden.

Text & Fotos: Peter A. Krobath

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: