Wiens RauschSouveränität

Wien war in seinem Ursprung eine große Ansammlung von Weingärten. Im Laufe der Zeit haben sich an deren Rändern Trinkende angesiedelt, die Wiener und Wienerinnen. – So erzähle ich Heurigen-Gästen die Geschichte der Stadt, behauptete ich einmal in einem Artikel, den ich über den Wiener Wein schreiben musste, und vielleicht ist dieser Fokus gar nicht so falsch, wenn man betrachtet, welche Wichtigkeit auch noch die heutige Stadtregierung den Reben in ihrem Hoheitsgebiet verleiht.

urban vinegardening in Dornbach neben der Bim 43

urban vinegardening in Dornbach, direkt neben der Bim43

„Wo Rebstöcke sind, müssen Rebstöcke bleiben“, erklärte die Umweltstadträtin Ulli Sima letzten November im Wiener Landtag. Eine neue gesetzliche Verpflichtung in Wien sieht vor, dass in allen Wiener Weingärten auch in Zukunft Weinbau betrieben werden muss. Es wird gemunkelt, dass dieser Gesetzes-Entwurf direkt aus dem Bürgermeisterbüro gekommen sei.

Das zeigt uns, dass auch von der Politik aus richtige Schritte gesetzt werden können.

Wien hat also im Jahr 2014 die Grundlagen für seine RauschSouveränität gesichert (- fehlt in diesem Bereich nur noch eine größere Vielfalt … ). Die gleiche Aufmerksamkeit wünscht sich Stadtfrucht Wien für Wiens Ernährungssouveränität. Für die Sicherung all der anderen (bio)landwirtschaftlicher Produkte dieser Stadt, des Wiener Sellerieschnitzels (umgangssprachlich C’estLaVieSchnitzel), des Donaustädter BaumspinalStrudels und des Alsergrundlichen Quittenkäses. Oder für den strengen Schutz der fruchtbaren Ackerböden, zum Beispiel der Ackerböden im Donaufeld und in Rothneusiedl, damit wenigstens eine der nächsten Generationen noch die Wahl für eine teilweise Ernährungssouveränität hat, für eine solidarische urbane Landwirtschaft in Wien.

Haschahof in Rothneusiedl - nach 28 Jahren schloss das Selbsternte-Ptrojekt

Haschahof in Rothneusiedl – nach 28 Jahren schloss das Selbsternte-Projekt

Wir fordern für die fruchtbaren Ackerböden in Wien den Schutzstatus des „Wald- und Wiesengürtels“, den strengsten Schutz, den es in dieser Stadt vor einer Verbauung gibt. Sollte es im StadterweiterungsSpektakel wirklich einmal zu Flächenproblemen kommen, so kann man diese Flächen zum Beispiel dem ohnehin nicht zukunftsfähigen und die Lebensqualität in der Stadt nur verschlechternden Autoverkehr nehmen. Aber das sollte der Wiener Stadtregierung genauso selbstverständlich auf der Zunge liegen wie der Wiener Wein: Wo fruchtbare Ackerböden sind, müssen fruchtbare Ackerböden bleiben!

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