Vom Ende der Megamaschine und vom Anfang der Holunderernte

Beginnen wir beim großen Überblick. Vielleicht haben ja einige gerade die Zeit und dank der abnehmenden Hitze auch den Kopf, um einmal innezuhalten und nachzudenken. Und zum Beispiel ein Buch zu lesen, das nicht weniger als die ganze Geschichte der Zivilisation ins Blickfeld nimmt (und dafür nicht mehr als 272 Seiten braucht).

Es ist eine scheiternde Geschichte, stellt Autor Fabian Scheidler in „Das Ende der Megamaschine“ wenig überraschend fest. Unter der Megamaschine versteht er das soziale, wirtschaftliche, politische und ideologische System, das vor rund 500 Jahren in Europa entstanden ist und heute global an seine ökologischen und sozialen Grenzen stößt, uns in eine multiple Krise manövriert. Eine der zentralen Hindernisse für die notwendige sozial-ökologische Transformation sieht der Berliner Journalist (Kontext TV!) in der tiefgreifenden Verflechtung von Staaten und Unternehmen.

Das hier folgende Video lässt erahnen, wie wortgewandt Scheidler diese komplexe Aufgabe im Buch angegangen ist:

(„Das Ende der Megamaschine“, Fabian Scheidler, Promedia Verlag Wien 2015)

 

Wie kommen wir aus dieser Falle heraus (und bitte ohne noch mehr NaturKatastrophen, RessourcenKriege, GottesDiktaturen, …)? Wir müssen die großen Strukturen durch Bewegungen von unten ändern, meint Fabian Scheidler, auf globaler Ebene, und auf lokaler Ebene. Womit wir auf direktem Weg nach Wien gelangen. Die lokale Ebene ist hier zunächst im Norden der Stadt angesiedelt, reicht vom Bisamberg bis zur Lobau und soll irgendwie biotopisch zusammenfinden, sprich Grünraumvernetzung. Genau darüber und über das Herzstück dieses nördlichen Teils des Wald- und Wiesengürtels, bzw. des geplanten Wienerwald Nordost, die MegaGstettn Breitenleer Bahnhof, zudem über die in diesem Stadtteil geplanten Autobahnprojekte, berichtet das Radio-Magazin „Open Up“ (Jutta Matyasek spricht mit Robert Eichert, Eva Hauk und Wolfgang Rehm): http://cba.fro.at/290067

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Die im Radiobeitrag angesprochenen Baumpflanzungen im Gedenkwald Aspern und den Waldabschnitten der „jungen Wiener_innen“ haben Dank der Fruchtgehölz-Fachleute beim Wiener Forstamt das eine und andere Essbare dabei: Walnüsse, Hagebutten, Schlehen, Äpfel und aktuell die ersten schwarzen Holunderbeeren. Einzelne Holunderbüsche und –bäume tragen heuer schon seit Mitte Juli reife Beeren. Und das nicht nur in Donaustadt, sondern in fast allen Grünräumen Wiens.

Wir haben vor einer Woche Sirup daraus gemacht. Und dabei nicht verhindern können, das ErnteKunstProjekt fortzusetzen. Auf die SchüttelBilder der Maulbeer-Periode folgen nun also küchenklassische Pressdrucke – denn: Nach dem Aufkochen pressen wir die Holunderbeeren noch einmal in einem Geschirrtuch aus.

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