Das Ende des Zierteichs Aspern

Das Baden in freien Gewässern haben sich die Wienerinnen und Wiener oft erst erobern müssen – Ob es in der Seestadt Aspern Zukunft hat, steht noch dahin 
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Es ging fünf Kilometer lang über Schotterhügel und durch Schlammgruben, dann war der Damm gebrochen: Als am 30. Mai 2015 der sogenannte X-Run im noch unverbauten Teil der Seestadt Aspern zu Ende war, stürzten sich die verdreckten Teilnehmer_innen in das blaugrüne Nass, welches dem Stadterweiterungsgebiet seinen Namen gibt.
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Von diesem Tag an nutzten auch die ersten Seestadt-Bewohner_innen den See zum Schwimmen, obwohl er nicht dafür vorgesehen war. Aber man hatte ihnen mit Bildern vom See das Wohnen am Stadtrand schmackhaft gemacht, nun wollten sie ihn auch kosten.

Spontanbenutzung nannte mensch das in den späten 1970er Jahren, als es um die Donauinsel und die Neue Donau ging …

Heute heißt das Reinköpfeln von oben Aneignung von unten. Zehn Tage nach dem X-Run-Badetag zog die Stadt nach und der Wohnbaustadtrat verkündete hochoffiziell, also dem ORF, die vorläufige Freigabe des Sees ab 3. Juli. Und entlang der Janis-Joplin-Promenade durften ab diesem Zeitpunkt sogar Hunde genehmigterweise ins Wasser. Denn: Eine bevorstehende Wahl lässt manchmal auch der Politik keine Wahl.

DSC_1010Die Sommer in Wien sind heißer geworden. Die Zeiten, in denen ein See allein dem Zweck der Zierde dient, scheinen

In den Image-Bildern war der Seestadt-See nur Begleitblau zum Cafe Macchiato

In den Image-Bildern war der Seestadt-See nur Begleitblau zum Cafe Macchiato

endgültig vorbei. In diesem ersten Seestadt-Sommer von 2015 wohnten erst 3.000 bis 4.000 Menschen in dem für 20.000 Bewohner_innen vorgesehenen Stadterweiterungsgebiet. Ob die Nutzung des aus Grundwasserquellen gespeisten Sees auch in Zukunft möglich sein kann, steht also noch dahin.

Manche Einwohner_innen überlegen, ob für die ökologische Balance des Gewässers eine Vergrößerung des Sees sinnvoll wäre. Wenn das stimmen und zu einer Korrektur im Masterplan führen sollte …

Das wäre dann eine lebendige Stadt-Entwicklung, wie sie im Wien-Wächst-Wien bisher nur in den Hochglanz-Broschüren steht!

Text & Fotos: Peter A. Krobath

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