Subversive Kopulationen und weitere Abenteuer für Obst-Liebhaberinnen

dsc_2603Es war an einem nebeligen Dezembertag im Jahr 2015. So wird erzählt. Niemand weiß, wer wirklich dabei war. An jenem Tag jedenfalls, sagt das Gerücht,  schnitten Obstbaum-Aktivistinnen in einer Wiener Kirschbaumplantage Hunderte Edelreiser ab (das sind einjährige Triebe), wickelten sie in feuchte Tücher und nahmen sie mit nach Hause. Dort versteckten sie ihre Beute in Kellern und Gartenschuppen, mitunter in Sand. Hielten sie feucht, schützten sie vor dem Frost, hinderten sie am Austreiben. Bis Mitte März. Da ging der schwierigere Teil der geheimen Aktion über die Bühne. Genauer gesagt über die Wiese. Zwei Nachmittage dauerte die Kopulationsarbeit. So wird berichtet.

Kopulationsarbeit? Mit einem speziellen Veredelungsmesser wurden an den Edelreisern und an Zweigen von städtischen Zierkirschen schräge Schnitte gesetzt, die (möglichst ebenen) Schnittflächen aufeinander gelegt und die beiden mit einem Veredlungsband aneinander gefesselt. Zwecks eines allmählichen Zusammenwachsens. „Englische Kopulation“ heißt das in Fachkreisen. „Zierkirschen verzaubern“, sollen die Aktivistinnen ihr geheimes Tun genannt haben. Laut unseren Informantinnen. Doch sind die vertrauenswürdig? Und warum „verzaubern“? Weil in zwei, drei Jahren wird bei der einen oder anderen Zierkirsche in einem Wiener Park oder auf einer Wiener Wiese plötzlich ein Zweig mit Kirschen wachsen und zum optischen Genuss (auf für Uneingeweihte wundersame Weise) ein essbarer hinzukommen. Echte Kirschen am falschen Baum. Wenn es gelungen ist. Und die ganze Geschichte überhaupt stimmt.dsc_2609

„Guerrilla Grafting“ nennt sich der subversive Akt international und hat bisher in Australien die meisten Anhängerinnen. Und am achten Kontinent, dem Internet, ist die kleine Bewegung naturgemäß auch präsent: https://www.facebook.com/GuerrillaGrafters/?fref=nf .

Wer nun Lust bekommen hat, auch Obstgehölze zu vermehren oder zu unterwandern, ob im Garten oder gar öffentlich, der und dem kann zunächst mit einem Buch geholfen werden. Über 40 Seiten widmet das vor kurzem im Löwenzahn-Verlag erschienene HANDBUCH BIO-OBST allein den verschiedenen Arten von Veredelung und Umveredlung. Zum Beispiel. Denn der 530 Seiten dicke Ziegel lässt rund um Apfel, Marone und Co kaum etwas aus. Viele Hundert Sorten werden ausführlich beschrieben. Das Anlegen eines Obstgartens und seine Pflege gut verständlich und bildreich abgehandelt. Polmologisch für Anfängerinnen gelehrt. Und kuriose Selbsterversorgungs-Tricks verraten: Wussten Sie, dass die abgeschnittenen Haare aus dem Friseursalon gut als Stickstoffdünger im Obstgarten eingesetzt werden können?

handbuch-bio-obstEin paar Jahre lang haben Johannes Maurer, Bernd Kajtna und Andrea Heistinger ihr Wissen zum ganzjährigen Anbau von Früchten, Beeren und Nüssen zusammen getragen. Die Expertinnen aus dem Umfeld von Arche Noah haben für dieses HANDBUCH BIO-OBST ganze Arbeit geleistet. Von der Wurzel bis zur Krone.

Hier auf book2look gibt es einen kleinen Einblick. Damit Sie wissen, was Sie sich zu Weihnachten wünschen!

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