Keine Patente auf Bier! – Boykott von Carlsberg und Heineken!

Das Europäische Parlament, die EU-Kommission und die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten fordern, dass keine Patente auf Pflanzen und Tiere aus konventioneller Züchtung erteilt werden. Diese Forderung wird schon seit Jahren von vielen Nichtregierungsorganisationen, Landwirten und Züchtern erhoben.

Trotzdem hat das Europäische Patentamt (EPA) in den letzten Jahren immer wieder derartige Patente erteilt, die Lebensmittelpflanzen wie Tomaten, Brokkoli, Melonen und zuletzt Braugerste betreffen. Dabei reichen die Patente vom Saatgut bis zur Ernte, von der Gerste bis zum Bier. – Die Patente der Firmen Carlsberg und Heineken zeigen, wie gezielt Industrie und Patentanwälte mit der Unterstützung des EPA rechtliche Grauzonen nutzen, um die bestehenden Verbote zu umgehen. Die 2016 vom Europäischen Patentamt (EPA) erteilten Patente (EP2384110, EP2373154 und EP2575433) erstrecken sich auf Gerste aus konventioneller Züchtung und deren Verwendung durch die Brauereien sowie auf das damit produzierte Bier. Diese Patente beruhen auf zufälligen Mutationen im Erbgut der Pflanzen.

Jetzt müssen die Regierungen Europas handeln: Gemeinsam können sie im Verwaltungsrat des Europäischen Patentamtes eine schärfere Auslegung der bestehenden Verbote erreichen. Tatsächlich haben die EU-Regierungen im Februar 2017 eine gemeinsame Initiative beschlossen. Schon im Juni 2017 könnte die Entscheidung fallen. Doch es besteht die Gefahr, dass die Verbote wieder nicht wirksam sind.

In Österreich wird die Kampagne gegen die Patente auf Gerste und Bier von Arche Noah organisiert. Der Verein ruft dazu auf, bewusst zu genießen und zu anderen Biermarken zu greifen. Heineken gehören in Österreich – über die Brau Union, das größte heimische Brauereiunternehmen – viele bekannte Biermarken, wie Edelweiss, Gösser, Kaiser, Puntigamer, Reininghaus, Schladminger, Schlossgold, Schwechater, Wieselburger und Zipfer.
Um den Druck auf die Politiker*innen und die Konzerne aufrecht zu halten, hat Arche Noah eine Kampagne gegen die Bier-Patente auf Facebook gestartet. – Mehr Informationen dazu gibt es auch auf der ARCHE NOAH HomepageIm

Wozu das Gerste-Patent?

Im gemeinsamen Kampagnen-Aufruf von 32 europäischen NGOs heißt es weiters: Der Einsatz der Gerste soll das Brauen billiger und das Bier länger haltbar machen. Die Brauereikonzerne können somit gleich zweimal verdienen: am Verkauf des Biers und am Anbau der Gerste. Zugleich können sie aber auch andere Züchter daran hindern, eine noch bessere Gerste zu züchten. So weiten die Konzerne ihre Marktmacht weiter aus – zum Schaden von Landwirten, Züchtern, anderen Brauereien und der VerbraucherInnen.

„Wenn zufällige Mutationen im Erbgut von Pflanzen ausreichen, um Gerste und Bier als Erfindung zu beanspruchen, stimmt das ganze Patentsystem nicht. Die Politiker sollten diesem Treiben nicht länger zusehen, sondern dafür sorgen, dass in Europa die Interessen der Verbraucher Vorrang vor den Interessen der Konzerne haben“, sagt Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland.

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