Das RegenwurmWettkriechen

Was tut sich aktuell auf unserer Rennstrecke, pardon Kriechstrecke?“ fragt der Kommentator mit der rot-weiß-roten Perücke, um gleich selbst die Antwort zu geben:

„Es tut sich rein gar nichts, wertes Publikum, werte Experiment-Teilnehmerinnen:

Wurm Eins bewegt sich nicht. IMG_9617

Wurm Zwei bewegt sich nicht.

Wurm Drei liegt still da.

Und Wurm Vier stellt sich einfach tot. Vielleicht ist er auch wirklich tot, wir werden das dann später in der Zeitlupe überprüfen.

Es ist UNGLAUBLICH, wir befinden uns bereits nahe der Halbzeit und es schaut NICHT danach aus, als ob die Regenwürmer ihre Wettkampf-Verweigerung heute Abend noch aufgeben werden! Wir haben hier also eine Situation, die gleichzeitig ungemein langweilig und extrem spannend ist! Ich hoffe, wir werden diese Zerreißprobe heil überstehen und gebe hiermit zurück…“

 

Der Kuserutzky Klan griff am 4. Juli in der Galerie ESC in Graz auf sein altbewährtes System zurück: Wissen mit Hilfe von Humor und Interaktivität einprägsam unters Volk zu bringen. Bei der Finisage der Ausstellung „Über Gänge“, bei welcher Andrea Seidling das Theater der 1000 Würmer installierte und erstmals einen wirklichen KUNST-Dünger produzieren ließ, oder besserherum: Das Herstellen von wertvollem Dünger durch Kompostwürmer zu einer künstlerischen Tätigkeit erklärte, bei dieser Finisage also veranstaltete der Kuserutzky Klan ein kurzes, ereignisarmes Regenwurm-Wettkriechen incl. ein wissenschaftliches Experiment – natürlich interdisziplinär:

eine Kooperation vom Institut für Randsportarten in Innsbruck, der BOKU Wien/Abteilung Muskelbetriebener Landbau und der WU Graz, hier im Speziellen mit dem Forschungsprojekt „Postfordistische Kapitalismus-Resistenzen im Untergrund-Ranking“.

Worum ging es dabei?

Um die Frage: Lässt sich die Menschen-Idee des Wettbewerbs auf Regenwürmer übertragen, insbesondere auf die Regenwürmer der Gattung Eisenia Foetida?

Und wie ging es aus?

So wie der Halbzeit-Kommentar des Kriechsportreporters oben bereits erahnen ließ: Im Gegensatz zu den Menschen lassen sich Kompostwürmer nicht dazu bringen, um die Wette zu kriechen.

IMG_9666

Die Würmer gewannen an diesem Abend Menschen, die sie in Zukunft füttern werden, zum Beispiel die so genannten Rechbäuerinnen, die auf einer Wiese nahe dem Rechbauer-Kino selbstermächtigt ein Hochbeet errichtet haben.

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One Response to “Das RegenwurmWettkriechen”
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  1. […] der Lumbricidae – ein kleiner Beitrag zur Entschleunigung der Sportkultur – zu einem Wettkriechen antreten. Wer auf den gemütlichsten Wurm setzt, darf ihn und seine Konkurrenten in den privaten […]



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